Hör auf, dich selbst optimieren zu wollen

Shownotes

Entspann dich! Aber bitte effizient.

Wann hast du eigentlich das letzte Mal einfach nichts gemacht – ohne dabei zu denken, dass du dich gerade «regenerierst», damit du anschliessend wieder leistungsfähiger bist?

Wir leben in einer Zeit, in der selbst Entspannung zur Aufgabe geworden ist. Wir zählen Schritte, analysieren unseren Schlaf, optimieren Morgenroutinen, achten auf Ernährung, Produktivität, Resilienz und Achtsamkeit – und wundern uns irgendwann, weshalb das angeblich gute Leben so verdammt anstrengend geworden ist.

In dieser Folge von «Zwischen den Ohren» schauen wir mit einer guten Portion Humor auf unseren Drang zur Selbstoptimierung. Es geht um den feinen, aber entscheidenden Unterschied zwischen «Ich möchte» und «Ich sollte», um den absurden perfekten Morgen, um Smartwatches, die offenbar besser wissen, wie wir geschlafen haben als wir selbst, und um die erstaunliche Fähigkeit des Menschen, sogar Meditation in eine Disziplin zu verwandeln, in der man erfolgreich scheitern kann.

Vor allem geht es aber um eine Frage: Muss persönliche Entwicklung wirklich immer damit beginnen, dass mit uns etwas noch nicht gut genug ist?

Carl Rogers brachte einen spannenden Gedanken dazu auf den Punkt: Erst wenn wir uns so akzeptieren können, wie wir sind, entsteht überhaupt die Freiheit, uns wirklich zu verändern.

Vielleicht brauchen wir deshalb nicht noch eine bessere Morgenroutine, noch einen Ratgeber und noch eine App, die uns daran erinnert, endlich entspannter zu werden.

Vielleicht dürfen wir manchmal einfach sagen:

Für heute reicht's.

Und vielleicht ist die beste Version deiner selbst am Ende sogar diejenige, die irgendwann aufhört, ständig eine bessere Version werden zu müssen.

🎧 In dieser Folge geht es unter anderem um: Selbstoptimierung und ihren versteckten Druck · «Ich möchte» versus «Ich sollte» · den Mythos vom perfekten Morgen · Schlaftracking und Smartwatches · Achtsamkeit als Leistungsprojekt · Selbstakzeptanz und Veränderung · warum «besser» keine Ziellinie kennt · und den Mut, etwas einfach einmal völlig zweckfrei zu tun.

Wenn dir die Folge gefällt, schick sie gerne einem Menschen, der dringend einmal seine Entspannungsroutine ausfallen lassen sollte.

Transkript anzeigen

00:00:00: Ciao!

00:00:01: Du lassest die forty-viertigste Folge mit dem Titel «Hör auf, dich selber optimieren zu wollen» vom Podcast zwischen den Ohren.

00:00:10: Falls du dir voll gerade beim Joker lassst, wenn dein Smartwatch deine Schritt zählt, tausendsechzehnte Stunde fast ist und nebenbei noch versuchst, möglichst achtsam durch die Nase zu schnufen – dann habe ich auch gute und eine schlechte Nachricht für dich.

00:00:27: Die gute ist, du schienst dir wirklich hervorragend um dich zu kümmern.

00:00:32: Die schlechte Nachricht?

00:00:34: Vielleicht kümmerst du dich inzwischen ein bisschen zu, hervorragend um dich?

00:00:40: Denn irgendwann in den letzten Jahren haben wir offenbar beschlossen, dass es nicht mehr langen kann, halbwegs vernünftiges Leben zu führen.

00:00:49: Nein!

00:00:50: Wir müssen das Maximum aus uns ausholen.

00:00:53: Wir müssen besser schlafen... Effizienter zu schaffen, bewusster Essen, regelmässiger trainieren, achtsamer Leben resilienter werden und selbstverständlich lernen endlich mal richtig zu entspannen.

00:01:05: Und wenn uns das alles zu viel wird dann laden wir einfach ein App ab, wo es jeden Arbeit daran erinnert weniger Stress hat.

00:01:13: Genial!

00:01:14: Du hörst in dieser Folge warum man harmlos im Möcht irgendwann ziemlich anstrengend ins Söt wird?

00:01:23: Warum einer Uhr am Handgelenk manchmal mehr Glauben geschenkt wird als unserem eigenen Körper?

00:01:29: Und warum die ewige Suche nach der besten Version für uns selbst möglicherweise genau das Gegenteil von dem bewirkt, was wir uns davon versprechen.

00:01:39: Und hey ich habe die Beruhigung!

00:01:42: Du bekommst heute kein Siebeschritt zum besseren Ich.

00:01:46: Das wäre bei diesem Thema wirklich ausgesprochen peinlich.

00:01:50: Du hörst unter anderem Folgende Aussage in dem Podcast.

00:01:55: Ja, ich gebe es zu!

00:01:57: Also aus bedriebswirtschaftlicher Sicht ist die Podcastfolge nicht bis ins letzte Detail durchgedenkt.

00:02:05: Wünscht ihr gute Unterhaltung und vielleicht eine kleine Inspiration?

00:02:10: Zwischen den Ohren der Podcast für mentale Stärke unter gesunde Lebenseinstellungen von und mit dem Mentalcoach C'est hau.

00:02:27: Es ist Abend, twenty-seven vierzig.

00:02:31: Du hockst auf den Gucci der Taglid hinter dir die wichtigsten Sachen sind erledigt und eigentlich könnte das jetzt der wunderbare Teil vom Tag sein wo es anfällt.

00:02:43: An dem Teil, wo niemand mehr etwas von dir will.

00:02:47: Vielleicht hast du sogar einen Tee vor dir stehen?

00:02:50: Klar, Camille wäre natürlich ideal Denn wenn wir uns schon wenn entspannen, dann bitte professionell.

00:02:58: Ein Bier oder das Glas weh würde nämlich dieses Bild jetzt unnötig ruinieren.

00:03:04: Du hockst also da, schnaufst einmal tief durch und denkst schön für Arbeit!

00:03:13: Und dann passiert etwas, wo ich eines der grossartigsten Phänomenen von der modernen Zeit halte... Zmit dieser friedlichen Stimmung ihnen schon aus der plötzlichen Gedanken durch die Kopf, Mist!

00:03:26: Ich kann heute noch gar nicht entspannt.

00:03:28: Und innerhalb von ungefähr drei Sekunden ist es vorbei mit Entspannung.

00:03:33: Denn jetzt fahrt im Kopf zitzigt vom inneren Gesundheitsmanagement an.

00:03:39: Soll ich vielleicht noch ein bisschen meditieren?

00:03:41: Ja zehn Minuten würden eigentlich lange.

00:03:44: Wobei wenn ich schon meditiere, ja dann könnt ihr noch schnell einen Bodyscan machen.

00:03:49: Anderseits habe ich irgendwo gelesen, dass die Journaling vom Schlafen gehen unglaublich gut sein soll.

00:03:55: Drei Sachen aufschreiben für dich dankbar wie.

00:03:59: Verdankt!

00:04:00: Dankbar bin ich heute auch noch nicht gewesen.

00:04:02: also schnell noch dankbar sein und wenn möglich richtig?

00:04:06: Nicht einfach danke für diesen guten Morgen.

00:04:11: Nein nein nein wir wollen ja nicht oberflächlich dankbar sind.

00:04:15: Wenn schon dann bitte mit tief gehen.

00:04:18: Und so sitzst du kurz vor um zehn Uhr am Abend, um Gucci und gratisch langsam unter Druck.

00:04:24: Weil du noch nicht genügend entspannt bist, meditiert reflektiert und dankt hast, um Anschlüsse mit einem guten Gewissen zu beten gehen zu dürfen.

00:04:34: Ich finde das grossartig!

00:04:36: Mir setzt uns unter Stress weil wir zu wenig gegen unseren Stress gemacht haben.

00:04:42: Ja... Das muss man als Spezia auch erstmal herbekommen.

00:04:47: Und genau darüber möchte ich heute ein wenig reden.

00:04:51: Denn ich glaube, dass in den letzten Jahren etwas ziemlich interessant seien geschlägt hat.

00:04:56: Persönlichentwickelte Gesundheit und Achtsamkeit sind einmal ursprüngliche Sachen gewesen, die unser Leben hätte bereichern sollen.

00:05:05: Inzwischen habe ich im Engen Stedruck, dass draußen eine Art zusätzlicher Vollzeit stell worden ist.

00:05:11: Wir schaffen nicht nur unsere Arbeit, wir schaffen unseren Ernährung und unserem Körper an der Beziehung am Schlaf.

00:05:18: An der Kommunikation, an der Resilienz, an unseren Morgenroutinen, an unserer Abendroutine und selbstverständlich in unserem Mindset.

00:05:27: Wir optimieren unsere Zeit, unsere Gewohnheiten, die Konstruktion und mittlerweile sogar unsere Atmung.

00:05:35: Atmig!

00:05:37: Eine Tätigkeit, bei der ich jahrzehntelang davon ausgegangen werde, dass mein Körper das grundsätzlich auch ohne meine strategische Führung herbekommt.

00:05:46: Vielleicht bin ich ein bisschen naiv gewesen?

00:05:48: Heute kann ich lernen wenn und wie ich schnufen soll, wieviel Atemzeug pro Minute optimal sind und welche Atmetechnik mein Nervensystem gerade benötigt.

00:05:59: Und verstehe mich bitte nicht falsch!

00:06:02: Atemtechnik könnte grossartig sein.

00:06:04: Ich arbeite ja selber mit.

00:06:06: Vielleicht dürfen wir trotzdem kurz drüber schmunzeln, dass ein Mensch inzwischen am Morgen aufwacht und denkt... Mist!

00:06:13: Gestern habe ich falsch geschnupft.

00:06:15: Ja?

00:06:16: Irgendwann wird es absurd.

00:06:18: Und bevor ihr jetzt jemand sagt, hey Moment mal Patrick du bist mein Vitalcoach Du verdienst das Geld unter anderem damit, dass Menschen sich entwickeln.

00:06:28: Und jetzt erzählst du uns, wir sollen aufhören an uns zu schaffen?

00:06:33: Ja Ich gebe es zu.

00:06:35: Also aus bedriebswirtschaftlicher Sicht ist die Podcastfolge nicht bis ins letzte Detail durchgedenkt.

00:06:42: Das wäre ungefähr so, als würde das Fitnessstudio einen Vortrag anbieten mit dem Titel vielleicht langer zweimal pro Woche völlig.

00:06:51: Aber nein!

00:06:52: Natürlich bin ich nicht gegen persönliche Entwicklung ganz im Gegenteil.

00:06:56: Und genau darum müssen wir darüber reden Wenn Persönlichentwicklung aufhört, Entwicklung ziehe und Antwort einen nahen anstrengenden Durauftrag werden.

00:07:14: Wie aus dem ich möchte, ein Eis wird.

00:07:20: Ich halte es für zutief menschlich neugierig zu sein, sich zu lernen und sich zu verändern, neue Fähigkeiten zu entwickeln oder irgendwann festzustellen dass was ich seit zwanzig Jahren mache funktioniert zwar irgendwie aber vielleicht gibt's noch eine elegantere Variante.

00:07:38: Entwicklung ist per se nichts Schlechtes im Gegenteil.

00:07:43: Sie kann unglaublich viel Freude machen, es kann grossartig sein plötzlich etwas zu können, das wir vorhin noch nicht konnten, eine haltige Gewohnheit loslassen oder in der Situation anders zu reagieren können.

00:07:58: In einer Situation wo man vielleicht früher die Zuverlässung innerhalb von drei Sekunden explodiert werden.

00:08:05: Problematisch wird für mich am ganz anderen Punkt nämlich dort, wo sich ein kleines Wort verändert.

00:08:13: Aus ihm möcht wird ich söt und irgendwann wird draus im Mus.

00:08:21: Ja das klingt zunächst nach der sprachlichen Kleinigkeit aber lassen wir einmal hin was diese Sätze mit ihr machen.

00:08:31: Ich möchte wieder mal etwas mehr Sport machen weil ich merke dass mir Bewegung gut tut.

00:08:37: Mein Druck fühlt sich noch ein wenig besser an.

00:08:40: Ich habe mehr Energie und außerdem macht es mir Spass!

00:08:46: Das klingt ziemlich angenehm, sogar für mich.

00:08:50: Jetzt machen wir aber die optimierte Version aus.

00:08:53: Ich sollte mindestens drei Mal pro Woche Krafttraining machen, zweimal zu- und zwei-Karlio einbauen, jeden Tag Zehntausende Schritte erreichen.

00:09:02: und Mobilität darf ich meinem Alter auch nicht mehr vernachlässigen.

00:09:08: Und plötzlich brauchst du kein Trainingsplan mehr, sondern eine Personalabteilung.

00:09:13: Dabei kann die Handlung von aussen exakt gleich aussehen.

00:09:18: Zwei Menschen ziehen am Dienstag Abend ihre Sportschuhe an und gehen gut schocken.

00:09:25: Derein denkt herrlich, ich freue mich drauf!

00:09:28: Dereinander denkt Gott sei Dank, sonst hätte diese Woche erst zwei Einheiten.

00:09:35: Beide juckern?

00:09:37: Aber innen passiert etwas völlig anderes.

00:09:40: Und diese Verschiebung finde ich spannend, denn wir haben inzwischen die erstaunliche Fähigkeit entwickelt alles, was uns gut durch könnte ihnen verpflichtig zu verwandeln.

00:09:51: Sport kann zu einer Verpflichtung werden, Sonneernährung kann zu einem Verpflichtungen werden Meditationen kann zu eine Verpflichting werden Freizeit kann zu einer Verpflichtung werden.

00:10:04: Selbst Freundschaften können plötzlich unter Quality-Time laufen, also müssen wir noch einmal gemeinsam nach oben evaluieren, ob die zwischenmenschlichen Rendite gestommen haben.

00:10:16: Wie war's hier mit Markus?

00:10:19: Sehr schön!

00:10:19: Wir gingen gelacht, gegessen und langgedreht.

00:10:23: Und was hat es dir gebracht?

00:10:24: Nichts.

00:10:25: Es ist einfach ein schöner Abend gewesen... Vielleicht ist es genau das, was wir langsam wieder lernen dürfen.

00:10:33: Nicht alles, was wertvoll ist muss ein verwertbarer Nutzen haben und mein persönlich Favorit in der ganze Entwicklung ist Schlaf.

00:10:42: Früher war ich mit dem Bett gegangen und schlafen.

00:10:45: Das war eine stundliche unprofessionelle Vorgang.

00:10:48: Mir war Mühe, hat sich eingeleitet und irgendwann war man weg.

00:10:53: Heute betreiben wir Schlafmanagement!

00:10:57: Man hat Schlaftrecker, schlafs Kars, Tiefschlafanteil, Rennphase Regenerationswert und empfällig zur optimalen Schlafhygiene.

00:11:07: Und all das kann interessant und teilweise hilfreich sein!

00:11:11: Aber es kann auch dazu führen dass wir selber beim Schlaf das Gefühl entwickelt etwas leisten müssen.

00:11:18: Stell dir mal vor du liest im Bett und denkst so jetzt muss ich aber schlafen.

00:11:23: Mein Mann braucht mindestens sieben Stunden und vierzehn Minuten Schlaf Los!

00:11:29: Und natürlich passen wir genau das, was immer passiert wenn man unbedingt einschlafen muss.

00:11:34: Gar nichts.

00:11:36: Du liest hier hell wach.

00:11:39: Der Rechn ist einmal.

00:11:40: also wenn ich jetzt einschleffe habe noch sieben Stunden und zwölf Minuten.

00:11:46: Zwanzig Minuten später sechs Stunden zwei Fünfzehn.

00:11:50: Grossartig.

00:11:51: Man kann sich auch mathematisch in die Schlaflosigkeit begleiten.

00:12:03: Und jetzt sind wir bei einem Punkt, den ich wirklich faszinierend finde.

00:12:07: Wenn man all die Empfehlungen zusammennimmt, wo uns heute für ein gesundes, erfülltes Produktives und Ausgleichungsleben begegnet, dann stellt sich irgendwann eine ganz praktische Frage.

00:12:19: Wenn genau soll ich eigentlich noch leben?

00:12:23: Nehmen wir doch einmal der perfekte Morgen!

00:12:25: Nicht dein Morgen!

00:12:27: nicht mein Morgen, sondern den mythischen Morgen wo irgendwo ein Ratgeber Podcast Social Media Biohacks und Menschen zusammengestellt worden ist.

00:12:37: Wo Offenbar wieder Kinder noch Arbeitswege noch einen Geschirrspülder haben.

00:12:42: Der perfekte Mensch steht selbstverständlich früh auf halb sechs.

00:12:48: sie klingt gut fünfe dreißig Und natürlich nicht mit der Schlummertaste Denn die Schlummer-Taste ist offenbar der direkte Weg in der persönlichen Niedergang.

00:12:59: Nach dem Aufstehen wird nicht zuerst auf die Hände geguckt.

00:13:02: Nein!

00:13:03: Der erfolgreiche Mensch greift zum Glas lauwarme Wasser, vielleicht mit Zitronen oder mit einer Prise Salz, je nachdem welcher Ernährungs-Guru diese Woche gerade zuständig ist.

00:13:16: Dann folgt Datumarbeit, Tönomeditation und anschliessens Journaling – drei Sachen Für die haben wir dankbar ist.

00:13:26: drei Ziele für den Tag und möglicherweise noch eine Affirmation damit das Unterbewusstsein ebenfalls weiß, dass heute Leistung erwartet wird.

00:13:35: Nachher Sport, Krafttraining oder Intervalltraining.

00:13:40: Den Kalt duschen denn offenbar war Wärmswasser jahrhundertalang ein schwerer zivilisatorischer Irrtum.

00:13:49: Dann ein gesundes Morgenessen mit ausreichend Protein, Ballaststoff und irgendetwas fermentiertem, damit auch das Mikrobiom motiviert in den Tag starten kann.

00:14:00: Bevor du arbeiten gehst, leistest du natürlich noch zwanzig Szenen aus einem Sachbuch.

00:14:05: Visualisierst deine Ziele und planst die drei wichtigsten Aufgaben des Tages.

00:14:11: Dann lockst du auf die Uhr!

00:14:12: Das ist Viertelabseite.

00:14:14: Und du bist völlig erledigt von deinem unglaublich gesunden Leben.

00:14:19: Du hast nach dem Morgen bereits mehr Disziplin aufgebracht als andere Menschen während der gesamten Verlängerung der Woche.

00:14:27: Und nochmal, an keinem von diesen Sachen ist grundsätzlich etwas falsch.

00:14:32: Das heißt ja das Perfiden!

00:14:34: Fast alles auf dieser Liste kann sinnvoll sein.

00:14:37: Bewegung ist sinnvoll, schlafe ist wichtig, eine kalte Dusche kann man mögen... Ich finde allerdings persönlich, dass die Mensch halt nicht jahr tausenderlang Bäuler entwickelt hätte, damit ich freiwillig am Morgen unter Eiswasser stehen.

00:14:53: Aber jeder wie er möchte!

00:14:55: Das Problem entsteht durch die Summe und durch die Vorstellung, dass all diese Dinge Voraussetzungen für ein gelungenes Leben sind.

00:15:03: Plötzlich ist man morgens an dem du aufwachst, liegen bleibst, einen Kaffee trinkst und aus dem Fenster schaust du keinen schönen Morgen mehr.

00:15:13: Er ist ein ver... Passt die Gelegenheit zur Potenzialentfaltung.

00:15:18: Und wenn du am Sonntag bis zum halbzehnten schläfst, kommt ein kleines schlechter Gewissen?

00:15:23: Jetzt hast du einen Halbtag verschlafen!

00:15:26: Nein... Du hast bis zum Halbzehn geschlafen.

00:15:31: Mehr ist nicht passiert.

00:15:33: Die Weltwirtschaft läuft noch, die Schweiz existiert auch noch und das Potenziale ist nicht über Nacht verschwunden.

00:15:42: Vielleicht bist du einfach nur müde gewesen.

00:15:46: Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, Zeit nach ihrem Nutzen zu beurteilen, dass selbst Freizeit produktiv sein soll.

00:15:54: Wir machen nicht einfach einen Spaziergang sondern sammeln die Schritte.

00:15:58: Wir lesen nicht einfach, sondern wir bilden uns weiter!

00:16:02: Wir treffen Freunde und Freundinnen und nennen es Quality Time oder Me-Time.

00:16:07: Wir gehen in Natur um Stresshormon senken – und selbst das nichts tun bekommt plötzlich ein Zweck.

00:16:14: Regeringation damit man morgen wieder leistungsfähig sind.

00:16:18: Das heisst, sogar wenn wir nichts tun, tun wir es inzwischen für die Arbeit.

00:16:25: Das ist schon ziemlich beeindruckend!

00:16:34: Selbstoptimierung hat natürlich keinen Sinn.

00:16:38: Zu eigentlich Problemen von der Selbstoptimerung steckt aber bereits im Wort optimieren bedeutet nicht einfach verändern.

00:16:47: Optimieren bedeutet etwas möglichst gut zu machen.

00:16:51: Und wenn du damit auch erforscht, dich selber als etwas zu betrachten, das optimiert werden soll, dann taucht eine ziemlich unangenehme Frage auf.

00:17:02: Wenn bist du damit fertig?

00:17:03: Wenn das Ziel lutet einen halben Ton zu laufen gibt es eine Ziellinie.

00:17:09: Wenn das ziellutet ein Ausbildung abschliessen, gibt es irgendwann ein Diplom.

00:17:16: Wenn du ein Buch lesen willst, gibt's die letzte Zeitung.

00:17:22: Aber wenn das Ziel lutet, ich möchte die beste Version von mir selber werden.

00:17:27: Wenn genau hast du dieses Projekt abgeschlossen?

00:17:32: Am nächsten Donnerstag mit der Sechzehn-Siehzige kurz vor dem Tod?

00:17:40: stell dir bitte mal die Szene vor!

00:17:42: Du liest mit siebenundneinzig Jahren aufm Sterbebett Deine Familie steht um dich herum und du blickst auf ein langes Leben zurück.

00:17:50: und dein letzter Gedanke lutet... Es war eigentlich ganz schön, aber bei den Morgenordinen wäre schon etwas gegangen.

00:18:01: Das Problem mit besser ist, dass es keine Zeitlinie hat.

00:18:06: Du kannst immer noch weiter werden, produktiver, gelassener, erfolgreicher, achtsammer, empathischer, organisierter und selbstverständlich glücklicher werden.

00:18:17: Wobei ich sollte glückler sein, ist eines meiner absoluten Lieblingsgedanken.

00:18:23: Probiere das doch einfach mal aus!

00:18:26: Setze dich heute mal her.

00:18:27: Schau streng ins Spiegel und sag, einmal jetzt bin ich endlich glücklich!

00:18:39: Du wirst merken, die Lichtigkeit kommt praktisch sofort.

00:18:45: Genau dort beginnt für mich auch der kritische Teil.

00:18:49: Nicht beim Wunsch nach Veränderung sondern bei den Botschaften, die sich dahinter verstecken können.

00:18:55: So wie ich bin, so lange es noch nicht.

00:18:58: Noch nicht fit genug Noch nicht erfolgreich gelogen.

00:19:02: Noch nicht souverän genug, noch nicht achtsam genug, auch noch nicht organisiert genug und noch nicht glücklich genug.

00:19:14: Und genau das noch nicht ist ein verdammt geschicktes kleines Ding weil es zufriedenheit immer in Zukunft verschiebt.

00:19:22: Wenn ich erstmal fünf Kilo abgenommen habe dann ... wenn ich den Job habe dann... Wenn ich gelernt habe, besser nein zu sagen, dann ... wenn ich klassener bin, dann... wenn ich endlich die näheren Morgenroutinen durchziehe, dann nur.

00:19:44: Das denn kommt nie!

00:19:46: Denn sobald du dort bist verschiebt sich die Messlatte.

00:19:50: Du hast fünf Kilo abgenommen?

00:19:51: Super jetzt könnte ja der Körper noch definierter werden.

00:19:56: Du meditierst dreimal pro Woche.

00:19:59: Grossartig aber täglich wäre natürlich konsequenter.

00:20:05: Du joggst fünf Kilometer, Respekt hast du schon mal über zehn noch gedacht?

00:20:12: und irgendwann kann aus persönlicher Entwicklung eine Art Rolltreppe werden auf der du ständig laufst und trotzdem das Gefühl hast nie anzukommen.

00:20:22: Und das Tragisch daran ist nicht dass du dich entwickelst.

00:20:26: Das Tragische ist dass du dir möglicherweise nie erlaubst mit dem Mensch zufrieden sein wo du wirst essen bereits worden ist.

00:20:35: Das Treckerparadox, wenn deine Uhr besser weiß wie es dir geht.

00:20:48: Besonders sichtbar wird der ganze Irrsinn beim Tracking.

00:20:51: Und nochmal – ich mag die Technik!

00:20:55: Ich finde die Taten spannend und es kann unglaublich interessant sein zu schauen, wie viel man sich bewegt, wie sich den Puls verändert oder welche Muster beim Schlafen auftauchend.

00:21:06: Die Frage ist nur wer am Ende wann beobachtet?

00:21:12: Stell dir vor, du wachst am Morgupf und fühlst dich grossartig.

00:21:17: Du hast tief geschlafen, öffnest deine Augen, streckst dich, draussen schien die Zunahe und dein erster Gedanke ist wow ich bin richtig fit!

00:21:28: Dann griffst du zum Handy, öppnest Depp von DIN Ruhr und dort steht Schlafscore-Aufgabe.

00:21:36: Tiefschlaf ungenügend, Regeneration schlecht, Stress erhöht Und plötzlich denkst du, aha ok dann bin ich offenbar müde und gar nicht erholt.

00:21:50: Vor zwanzig Sekunden ist der aber noch hervorragend gegangen.

00:21:53: Dann ist ein roter Balken gekommen und jetzt braucht es eine Erholung.

00:21:58: Das ist doch schon faszinierend!

00:22:00: Dein Körper in dem Du seit Jahrzehnten lang lebst sagt Dir mir geht's super.

00:22:07: Irgendeinen technischen Sensor an Dich im Handgelenk sagt Nein Und du antwortest im Körper.

00:22:13: eine Entschuldigung, lieber Körper.

00:22:15: Aber du hast offensichtlich keine Ahnung.

00:22:19: Das heisst nicht dass du falsch sein musst aber vielleicht darf deine Eignung wahrnehmen.

00:22:24: trotzdem noch etwas mitreden Denn wenn wir anfühlen unsere Messwerte grundsätzlich mehr zu vertrauen als unserem erlebten entsteht doch etwas merkwürdiges.

00:22:35: Wir benutzen die Daten nicht mehr um uns besser zu verstehen sondern die Daten sagen uns was wir fühlen sollen.

00:22:42: Das Gleiche mit der Schritte.

00:22:44: Du gehst am Abend eine schöne Runde spazieren, die Luft ist angenehm.

00:22:49: Vielleicht geht gerade die Sonne runter, du kommst zufrieden heim und schaust auf die Uhr.

00:22:57: Und plötzlich ist dieser schönen Spaziergang mangelhaft.

00:23:02: Zwei Hundert zwei der sechs Schritte fehlen noch.

00:23:06: Also latschest du noch ein bisschen den Wohnung um?

00:23:10: Stubben, Küche, Schlafzimmer zurück in die Stuben.

00:23:13: Vielleicht noch mal zum Kühlschrank, obwohl du gar nicht brauchst.

00:23:17: Dein Hund schaut dich an und fragt sich vermutlich über jetzt, ob er solle Veranstaltungen haben soll.

00:23:23: Dann vibriert die Uhr ... Zehn Tausend!

00:23:26: Yes geschafft!

00:23:27: Und jetzt ist es auch offiziell ein gesunden Tag.

00:23:32: Und genau da lohnt sich vielleicht eine ganz einfache Frage.

00:23:36: Hilft mir die Zahl noch?

00:23:39: Oder... Bin ich Ihnen sogar schon hörig?

00:23:50: Sogar Achtsamkeit kann man verkacken.

00:23:53: Ja, noch absurder wird es dort, wo wir Methoden optimieren, die ursprünglich genau das Gegenteil bezwecken hätten sollen.

00:24:02: Achtsamtkeit ist für mich ein wunderbares Beispiel.

00:24:06: Vereinfacht gesagt geht's dabei darum Wortzunehmen was gerade ist ohne so oft alles zu verändern, beurteilen oder wegmachen zu müssen.

00:24:16: Und was machen wir daraus?

00:24:18: Eine Leistung.

00:24:20: Menschen wollen da zu meditieren, weil sie Klassener werden möchten.

00:24:25: Zwei Wochen später sitzen sie auf ihrem Küsse und sind frustriert.

00:24:30: Also ich meditiere jetzt seit vierzehn Tagen jeden Morgen... ...und gestern habe ich mich im Stau schon wieder aufgeregt!

00:24:38: Ja du bist immer noch ein Mensch.

00:24:41: das Programm hat nicht verseilt Oder über Zeit, ich kann nicht meditieren.

00:24:47: Ich denke dabei ständig.

00:24:50: Da kann ich absolut beruhigen.

00:24:52: Das ist ein gutes Zeichen, das hier noch funktioniert.

00:24:57: Wir haben teilweise die Vorstellung entwickelt Meditation bedeutet dass man sich einsetzt taugerschließt und nach ungefähr sieben Minuten im Kopf absolute Stille herrscht.

00:25:11: also setzt die Herren und nach zehn Sekunden kommt eher Gedanken.

00:25:17: Was habe ich gesagt, ich muss ihn noch einkaufen?

00:25:19: Egal.

00:25:20: Zug zum Schnufen!

00:25:22: Einschnufen... Schnaufe... Oh ja das Mail sollte auch nicht beantworten.

00:25:29: Zug Zum Schnufen... Äh warum hat der Chef eigentlich gestern so komisch reagiert?

00:25:35: Zug zum schnufen... Ich denke schon wieder, ich sollte nicht denken.

00:25:40: Nicht denken, nicht denken... Au gupp verdammt noni jetzt denkt du schon wieder Und nach zehn Minuten öffne ich Staugen und bin völlig stresster von deiner Entspannungshübung.

00:25:51: Das ist ja schon fast eine Kunst!

00:25:54: Wir schaffen es sogar, das nicht bewerten zu bewerten.

00:25:58: Ja... Meine Medizion war heute schlecht.

00:26:03: Wie sieht eigentlich eine schlechte Medizin aus?

00:26:07: Gibt es Punkteabzug oder Haltungsnoten?

00:26:10: Gedanken pro Minute.

00:26:13: Das Problem ist wiederum nicht die Meditation.

00:26:16: Das Problem ist, dass wir unser alter Leistungssystem einfach mitnehmen.

00:26:21: Wir tauschen zwar den Echsel gegen Meditationsküsse aber im Kopf sitzt weiterhin der gleiche Abteilungsleiter und verlangt bessere Kennzahlen.

00:26:31: Und dann wird die Achtsamkeit plötzlich nicht mehr zu einer Möglichkeit sich selber wahrzunehmen sondern zur nächsten Disziplin wo wir erfolgerig sein müssen.

00:26:49: Wer profitiert eigentlich davon?

00:26:51: Gut genug bist?

00:26:54: Ja, jetzt wird es ein wenig unangenehm.

00:26:57: Denn der ganze Optimierungsdruck fällt natürlich nicht einfach vom Himmel!

00:27:02: Es ist auch ein hervorragendes Geschäftsmodell.

00:27:05: Überleg dir mal... Wenn ich dir etwas verkaufen möchte, welche Ausgangslage ist günstiger?

00:27:12: Dass du morgen aufstehst in den Spiegel schaust und denkst eigentlich bin ich schon ziemlich zufrieden oder dass du denkst uuuh da müsste ich dringend was machen.

00:27:23: Ja, natürlich Variante zwei.

00:27:25: Zu freien Menschen sind wirtschaftlich beachtet ausgesprochen mühsam.

00:27:31: Was willst du jemandem verkaufen, der sagt nein denken passt schon?

00:27:35: Katastrophen!

00:27:37: Sehr viele Angebote funktionieren genau darum bewusst oder unbewusst über einen Looker.

00:27:44: Da ist ein Mensch wo du gerade bist und irgendwo dort einer steht eine bessere Version von dir fitter, gelassener, erfolgreicher, attraktiver, produktiver, konzentrierter und vermutlich steht sie am Morgen auch noch freiwillig um fünf auf.

00:28:00: Zwischen euch liegt das Problem!

00:28:03: Und so fälligerweise gibt es genau dafür ein Produkt.

00:28:07: Ein Buch, eine App, einen Coach, ein Kurs, ein Seminar, ein Nährungs-Ergänzungsmittel ... Hand aufs Herz?

00:28:16: Ein Podcast Ja... Auch ein Podcast.

00:28:21: Ich bin Mentalcoach und sitze jetzt seit über eineinhalb Stunden hinter dem Mikrofon und erzähle dir Sachen über persönliche Entwicklung.

00:28:30: Mir ist die Ironie durchaus bewusst!

00:28:33: Das ist ungefähr so, als würde ein Bäcker einen Podcast-Folge aufnehmen mit dem Titel vielleicht esst ihr zu viel Brot.

00:28:42: Aber genau darum finde ich die Unterscheidung wichtig.

00:28:45: Gute Persönlichentwicklung sollte dir mehr Freiheit geben und nicht weniger.

00:28:51: Sie sollte die Möglichkeiten eröffnen.

00:28:54: Sie sollten so führen, dass du mehr wählen kannst nicht, dass Du plötzlich zwölf zusätzliche Regeln hast wie ein guter Mensch am Morgen aufgestattet zu essen, denken und schnufen hat.

00:29:06: Wenn du nach jedem Ratgeber, nach jedem Seminar oder nach jedem Podcast das Gefühl hast du hättest jetzt noch fünf weitere Baustellen an dir entdeckt dann solltest du vielleicht nichts auf dem nächsten Buch kaufen.

00:29:19: Vielleicht brust einfach mal vier Abend.

00:29:28: Die entscheidende Frage, will ich das überhaupt?

00:29:33: Und damit kommen wir zu einer Frage, die fast banal klingt aber in diesem ganzen Optimierungs-Zirkus erstaunlich selten gestellt wird.

00:29:43: Will ich das eigentlich?

00:29:45: Nicht ist es gesund!

00:29:48: Nicht ist sinnvoll!

00:29:50: Nicht.

00:29:51: würde ein erfolgreicher Mensch das machen?

00:29:54: Nicht, hat irgendein Mensch mit sehr weissen Zehen auf Instagram gesagt, dass man das unbedingt tun sollte.

00:30:01: Sondern ... will ich das!

00:30:05: Vielleicht möchtest du mehr Sport machen?

00:30:07: Wunderbar!

00:30:09: Aber warum?

00:30:09: Weil du Bewegung liebst?

00:30:13: Weil dein Druck nachher weniger wehtut?

00:30:16: Weil Du gerne draussen bist oder weil du dich danach einfach lebendig fühlst?

00:30:22: Oder weil du glaubst, du solltest.

00:30:27: Vielleicht möchtest du meditieren?

00:30:29: Wunderbar.

00:30:31: Aber weil dir diese fünf Minuten Ruhe guttönt, oder weil du inzwischen das Gefühl hast, ein psychisch halbwegs stabiler erwachsenen Mensch muss meditiert werden, vielleicht möchtst du dich gesünderen nähern?

00:30:48: Grossartig!

00:30:50: Aber weil du merkst, dass du dich damit besser fühlst... ...oder weil Essen inzwischen zu einer moralischen Prüfung geworden ist bei dieser Brokkulie einen guten Charakterzug und Schocken eine persönliche Schwäche ist?

00:31:06: Es geht nicht darum, Tätigkeit zu bewerten.

00:31:09: Zwei Menschen können exakt das Gleiche machen und es völlig unterschiedlichen Innerhaltungen aushandeln.

00:31:17: Die einen gehen schocken, weil er schockern möchte.

00:31:21: Die anderen gehen auch gut schockeren, weil sie sich schuldig fühlen, wenn er nichts tut.

00:31:27: Die andere leistet ein Fachbuch, weil ihnen dieses Thema passioniert!

00:31:31: Der andere Liss, weil ein Roman ihm zu wenig produktiv erscheint.

00:31:36: Und genau da möchte ich für etwas werben, das in unserer Zeit schon fast rebellisch wirkt – Steckfreiheit!

00:31:46: Du darfst einen Roman lesen, bei dem du nachher nicht resilienter, erfolgreicher oder finanziell unabhängig bist.

00:31:53: Du darf sogar einen Krimi lesen der niemals seine Komfortzone verlassen Niemand seine Glaubenssätze transformiert und niemand am Ende sieben Gewohnheiten von erfolgreichen Menschen entdeckt.

00:32:05: Es wird einfach jemand ermordet, und du wirst wissen wer es war.

00:32:10: Das reicht als Grund!

00:32:14: Du darfst ein Mensch treffen ohne dieses Netzwerk zu erweitern.

00:32:18: Du darfest spazieren gehen, ohne Schritt zu sammeln.

00:32:23: Du kannst kochen... ...ohne Makros auszurechnen.

00:32:28: Du musst Musik lassen, ohne dir bei etwas zu lernen.

00:32:32: Vielleicht dürfen manche Sachen einfach schön sein.

00:32:45: Die radikalste Übung dieser Folge Ja, jetzt wäre natürlich der klassische Moment gekommen an dem ich dir eine Übung mitgegeben.

00:32:54: Das gehört sich in einem Podcast über Persönlichentwicklung so.

00:32:58: Idealerweise mit sieben Schritten am PDF zum Anbeladen und ein Challenge für den nächsten Disk-Tag.

00:33:05: Mach' ihn nicht!

00:33:07: Meine Übung ist nämlich viel schwieriger.

00:33:12: Lass die Woche einmal etwas bewusst unoptimiert.

00:33:18: Mach mal was, das keinen messbaren Nutz hat!

00:33:21: Kein Output, kein Trainingseffekt, keine Persönlichkeitsentwicklung, keine Produktivität.

00:33:28: Geh raus und lau die Uhr mal daheim oder träg sie und schau einfach nicht drauf.

00:33:34: Setz dich irgendwo hin, trink ein Kaffee Ohne dabei Mails zu beantworten, durch TikToks Krollen Nachrichten zu lesen oder Podcasts zu lasern.

00:33:46: Ich weiss ausgerechnet.

00:33:48: ich sage dir du sollst kein Podcast loslassen.

00:33:51: Wie gesagt Wirtschaftlich ist die Folge Katastrophe.

00:33:56: Oder legt ihr am Sonntag nachmittags auf zu Gucci und macht nichts Um dich später.

00:34:01: jemand fragt was hast du heute gemacht?

00:34:04: Dann sag einfach Nicht.

00:34:07: Und jetzt kommt der Schwierige Teil Hänge nicht so von der Rechtfertigung an.

00:34:13: Nicht, ich habe nichts gemacht aber ich habe es wirklich einmal gebraucht.

00:34:18: Nicht!

00:34:19: Ich habe nichts mit den nächsten Wochen wieder Leistungswäger gemacht.

00:34:23: Nein!

00:34:25: Du hast nichts gemacht?

00:34:27: Weil du nichts machen willst.

00:34:29: Punkt Wir sind inzwischen so auf Nutzer konditioniert dass selbst Erholung gerechtfertigt sein muss.

00:34:37: Man ruft uns aus damit wir noch weiter leisten können.

00:34:41: Wir gehen in die Natur, um Stress abzubauen.

00:34:44: Wir meditieren und konzentrieren das Wetter.

00:34:47: Wir schlafen um leistungsfähig zu sein.

00:34:50: Aber vielleicht darfst du auch schlaufen, weil es müpp ist?

00:34:55: Das wäre glaubt revolutionär!

00:34:58: Vielleicht besteht dir radikalste Übung also nicht drin, etwas Neues in den Alltag einzubauen sondern einfach einmal etwas Nichts zu deinem Projekt zu machen.

00:35:15: Und vielleicht ist genau das der Gedanke, wo wir bei dieser Folge am wichtigsten sind.

00:35:22: Du bist kein Projekt.

00:35:24: Natürlich darfst du dich verändern!

00:35:27: Natürlich darfste dein Ziel haben und natürlich darfst auch dir arbeiten.

00:35:32: Aber du bist kein unfertiges Produkt, was jedes Monat ein Update braucht.

00:35:38: Du hast keine Software, die am Montagmorgen die Version Fierpunkt sieben erscheint Gelassenheit verbessert, selbstwert stabilisiert.

00:35:47: Morgendroutine beschleunigt, kleinere Fehler beim Nein sagen behoben.

00:35:52: Du bist ein Mensch!

00:35:54: Und Mensch.

00:35:55: sie ist mängisch ineffizient, mängig widersprüchlich, mengisch chaotisch.

00:36:02: Mängig stehst du morgens früh auf, gehst gut schocken, kommst zurück und fühlst dich grossartig.

00:36:09: Und mängi schwachst du auf, luag schusen... Zuerst stecken und dann denkst du, nein.

00:36:16: Beides war richtig.

00:36:20: Mängisch ernährst du die Ausgaben.

00:36:23: um mängisch ist es gut Chips zum Abendessen.

00:36:27: Mengisch regiert immer ein Konflikt unglaublich zu Waren und denkst hinterher Wow!

00:36:33: Das habe ich jetzt wirklich gut gemacht.

00:36:36: Und zwei Tage später bringt jemand zur Weis gelohnt weil er von dir an den Kassen sein Kleingeld sortiert.

00:36:44: Das bedeutet nicht, dass deine persönliche Entwicklung gescheitert ist.

00:36:48: Es bedeutet... du lebst noch!

00:36:52: Vielleicht ist darum eine ganz andere Form von persönlicher Entwicklung möglich?

00:36:58: Eine, die nicht ständig fragt wie werde ich besser?

00:37:02: Sondern zwischendurch auch.

00:37:04: was wäre wenn sie jetzt gerade lang sind?

00:37:08: und es langen bedeutet nicht Ich gebe auf.

00:37:12: Es bedeutet nicht Dass Du kein Ziel mehr hast Oder kannst du dich nicht mehr verändern und lernen darfst?

00:37:21: Es bedeutet einfach, dass du deinen Wert nicht jeden Morgen neu verdienen musst.

00:37:29: Du darfst weiter werden wollen ohne dein jetziger Körper abzulehnen!

00:37:33: Du darfest gelassener werden ohne dich für jeden Moment der Ungeduld fertig zu machen.

00:37:40: Du kannst erfolgreicher werden wollen ohne dein heutiger Leben als Wartezimmer für ein besseres Leben zu behandeln.

00:37:49: Und vielleicht liegt genau darin der Unterschied zwischen Entwicklung und Selbstoptimierungswahn.

00:37:56: Entwicklung sagt, ich bin neugierig was noch möglich ist.

00:38:00: Selbst Optimierung sagt so wie ich bin darf ich nicht bleiben.

00:38:07: Zahne öffnet, das andere treibt... ...und von aussen könnt Bedi genau gleich aussehen!

00:38:21: Für heute langens.

00:38:23: Vielleicht sitzt du also irgendwann am Abend auf Gucci, vielleicht ist es sogar wieder einundzwanzig siebenvierzig und irgendwann kommt der Gedanke eigentlich musst du ihn auch.

00:38:36: Und vielleicht lasst du diesen Satz einfach einmal stehen.

00:38:39: Eigentlich musst du ihm... Nein!

00:38:44: Vielleicht musst du nicht.

00:38:47: Vielleicht musst Du heute nicht mehr meditieren, nicht mehr reflektieren, nichts mehr Deine Schritte vollmachen Nicht einmal deine Mail sortieren und nicht drei Sachen aufschreiben, für die du dankbar bist.

00:39:00: Du darfst übrigens auch dankbar sein ohne es aufzuschreiben.

00:39:04: Es funktioniert ein stundlicherweise trotzdem.

00:39:09: Vielleicht sitzt du einfach hier mit dem Glas Wein, Tee, eine Schüssel Chips oder was auch immer.

00:39:19: Deine Smartwatch ist enttäuscht.

00:39:23: Dein Medizins App vermisst dich bereits!

00:39:26: Irgendwo verliert ein selbstoptimierendes Influencer plötzlich etwas Lebensenergie.

00:39:33: Aber du hast hier und sagst, für heute langen sie.

00:39:38: Und vielleicht ist es manchmal tatsächlich einer der gesündigsten Sachen, die man tun könnte?

00:39:44: Nicht weil Entwicklung schlecht wäre, nicht weil Ziel schlecht wäre oder nicht weil Disziplin schlecht wäre sondern weil ein Leben, wo ständig verbessert werden muss, irgendwie kaum noch gelebt wird.

00:39:59: Wir dürfen neugierig bleiben.

00:40:01: Wir dürfen lernen, wachsen, ausprobieren, scheitern, wieder anfangen und Sachen verändern, die uns wirklich stören.

00:40:10: Aber vielleicht dürfen wir auch auf diesem Weg ab und zu ein Anhalt feststellen... Ich bin nicht erst in Ordnung, wenn ich irgendwann ankomme.

00:40:20: Vielleicht bin ich es bereits unterwegs?

00:40:24: Und darum tue ich etwas der für ein Podcast für Selbstoptimierung gerade so revolutionär ist.

00:40:32: Ich höre auf!

00:40:33: Ich werde die Folge nicht noch drei Prozent effizienter machen, ich werde dann auch nicht genau analysieren, ob ich beim Sprechen in meiner optimalen Herzfrequenz Zone bin und ich werde auch nicht zehn Minuten darüber journalen was ich bei dieser Aufnahme gelernt habe.

00:40:51: Nein, ich glaube, ich hole mir das Klasse und gar keinen Pool.

00:40:55: Nicht als Belohnung Nicht als Cheat Meal.

00:40:59: Nicht weil ich heute genügend Zeit gemacht habe und es mir verdient hat, sondern aus einem völlig unwissenschaftlichen Grund.

00:41:08: Es kühlt ab und das Klasse schmeckt sehr gut!

00:41:13: Wenn du aus dieser Folge etwas mitnehmen möchtest, dann vielleicht diese Gedanken.

00:41:19: Persönlich entwickelt darf auch das Neugier entstehen und nicht aus dem permanenten Gefühl noch nicht gut genug sein.

00:41:27: Du darfst Ziel haben Du darfst dich verändern, du darfst dir schaffen.

00:41:34: Aber du darfest zwischendurch auch einfach sein ohne Update, ohne Messwert, ohne Version zwei Punkt Null.

00:41:46: und falls du überkennst was am Abend gestresst auf dem Gucci-Hocke weil seine Entspannungsroutine noch nicht geschafft hat dann schicken doch die Folge aber bitte ohne Druck.

00:41:56: er muss sie ja nicht lassen.

00:41:58: wir werden ja konsequent bleiben.

00:42:00: Danke, dass du heute wieder bei dieser Folge dabei warst.

00:42:04: Und vielleicht erinnerst du dich mal am Morgen früh, wenn deine Uhr, deine App, dein Kalender oder die Schlöchte wissen wie der Verbessungsvorschläge für dich haben.

00:42:13: einen ganz einfachen Satz!

00:42:16: Du musst heute nicht die erste Version von dir selbst werden.

00:42:20: Du darfst ruhig noch ein bisschen bleiben... Ich habe mich auch hier wieder etwas umengeschaut und Ich bin noch auf dem Gedanken von Karl Rogers, der mir besonders gut gefallen hat.

00:42:50: Der Rogers ist einer der wichtigsten Vertreter der humanistischen Psychologie und hat sinkmässig das gesagt.

00:42:59: Das merkwürdige Paradoxon ist Wenn ich mich so akzeptiere wie ich bin dann kann ich mich verändern.

00:43:09: Ich finde den Satz unglaublich stark weil er eine übliche Logik komplett auf die Kopf stellt.

00:43:14: Wir denken nämlich genau an der Stumme.

00:43:18: Wir glauben, erst wenn ich mich genügend verändert habe, darf ich zufrieden mit mir sein.

00:43:24: Erst wenn ich fit bin, glassener, dünner, strukturierter oder was auch immer gerade auf meiner persönlichen Baustelle Liste steht dann kann ich mich endlich akzeptieren.

00:43:37: Der Rotsche sagt im Grund vielleicht funktioniert es genau anders die Stummen?

00:43:43: Vielleicht beginnt echte Veränderung nicht Dort, wo ich mir morgen vor dem Spiegel erkläre was an mir heute alles besser werden muss.

00:43:53: Vielleicht gefällt es die Idee da, dass ich sagen kann so wie ich heute bin, bin ich in Ordnung und trotzdem darf ich neugierig sein was sich noch entwickeln kann.

00:44:04: oder wie es der Hause Leutenecker gesagt hat er steht morgens vor dem spiegeln und sagt du bist ein geiler Sieg.

00:44:11: ja manchmal können wir auch von lebenserfahrenden Menschen viel lernen.

00:44:17: Ihr seht es.

00:44:18: Tschüss und weg!

00:44:22: Zwischen den Ohren.

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