Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen

Shownotes

Nit min Zirkus – nit mini Affa! 🎪🐒

Es gibt Menschen, die haben ein Problem. Und dann gibt es Menschen, die haben das Problem dieser Menschen. Freiwillig. Unbezahlt. Und meistens ohne Auftrag.

Kommt dir bekannt vor?

Wir analysieren die schlechte Laune unseres Partners, zerbrechen uns den Kopf über die Probleme unserer Arbeitskollegen und verteilen ungefragte Ratschläge, als würden wir dafür Provision bekommen.

Natürlich meinen wir es nur gut. Aber vielleicht liegt genau dort das Problem.

In dieser Folge von «Zwüschat da Ohre» geht es um die feine Grenze zwischen Mitgefühl und Mitleiden, zwischen Unterstützen und Übernehmen. Wir schauen uns an, weshalb wir so gerne die Probleme anderer lösen, was das mit unserem eigenen Selbstwert zu tun haben kann und warum übertriebene Hilfsbereitschaft manchmal sogar die Selbstwirksamkeit anderer Menschen schwächt.

Und wir beschäftigen uns mit einer ziemlich unangenehmen Frage: Helfen wir wirklich immer dem anderen – oder manchmal vor allem uns selbst, weil wir seine Hilflosigkeit nicht aushalten?

Eine Folge über Verantwortung, Empathie, gesunde Abgrenzung und die wunderbare Erkenntnis, dass nicht jede fremde Baustelle einen zusätzlichen Bauleiter braucht.

Denn du kannst für andere da sein, ohne für alles zuständig zu sein.

🎧 Viel Vergnügen und vielleicht ein bisschen Inspiration!

Transkript anzeigen

00:00:00: Ciao!

00:00:01: Du lassest die fünfevierzigste Folge mit dem Titel Nicht Mein Zirkus, nicht mein Jaffen vom Podcast Zwischten Ohren.

00:00:10: Kennst du das?

00:00:12: Über den Erzählter von einem Problem und fünf Minuten später hast du es auch.

00:00:16: Ein Arbeitskollegen hat Stress mit ihrem Chef Dein Partner ist schlecht gelaut Dein erwachsenes Kind trifft eine Entscheidung, die du für ziemlich bescheuert hälst Und die Job beginnt zwischen deinen Ohren zu schaffen.

00:00:31: Was könnt ihr tun?

00:00:33: Was soll ich sagen, wie könnte man das lösen?

00:00:38: Doch die entscheidende Frage ist vielleicht ganz eine andere.

00:00:42: Hätte überhaupt jemand gebeten?

00:00:46: In dieser Folge geht es darum, warum wir fremde Probleme so gerne zu uns machen.

00:00:51: Warum ... Ich will doch nur helfen!

00:00:54: Manchmal hat sie mehr mit uns selber zu tun als ein Liebesch.

00:00:58: Und warum es hilfreich sein kann, ein Problem dort zu lassen, was hier gehört.

00:01:03: Oder kurz gesagt, nimm mein Zirkus nicht meine Affen.

00:01:08: Unter anderem kürst du folgende Aussage in diesem Podcast.

00:01:12: Hat mich eigentlich irgendjemand explizit um Hilfe beten?

00:01:18: Die Frage ist phänomenal!

00:01:20: Hätte mir überhaupt jemand beten tun?

00:01:24: Ich wünsche dir gute Unterhaltung und vielleicht eine kleine Inspiration.

00:01:30: Ich möchte heute direkt mit einer Frage an die Einsteigen, Karin.

00:01:51: Kennst du diese Leute, die das Problem haben?

00:01:54: und fünf Minuten später hast du sie genau?

00:01:57: Ja absolut!

00:01:59: Das ist ein klassischer emotionaler Virus-Effekt, oder?

00:02:04: Deine Arbeitskollegin hat Stress mit ihrem Chef und du fährst am Abend nach Hause und überleichtert auf dem gesamten Heimweg im Auto was sie jetzt am besten tun könnte.

00:02:15: Genau das!

00:02:16: Oder deine erwachsene Sohn hat irgendeinen Knapp.

00:02:20: Egal ob bei dir Beziehung oder Beruf... Und du liest nachts am drei noch wach im Bett und gehst gedankliches sämtliche Szenarien- und Lösungsmöglichkeiten durch.

00:02:30: Oder noch alltäglicher?

00:02:32: Dein Partner kommt am Abend heim, knallt die Türe vielleicht ein Millimeter zu laut und hat schlechte Laune... ...und in deinem Kopf wird sofort ohne dass du das überhaupt willst diese interne Untersuchungskommission eiberufen!

00:02:48: Was ist los?

00:02:49: Habe ich irgendetwas falsch

00:02:50: gesagt?!

00:02:52: Muss ich jetzt etwas machen?

00:02:53: Soll ich nachfragen oder besser einfach komplett in Ruhe lassen, ist er vielleicht sogar wegen mir sauer?

00:03:02: Genau.

00:03:03: Die Untersuchungskommission.

00:03:06: Und die schafft natürlich auf Hochdauer.

00:03:09: Dabei gibt es vielleicht eine ganz einfache Alternative Erklärung.

00:03:14: Vielleicht ist einfach nur schlecht gelaunt.

00:03:16: Das soll's doch manchmal geben... Einfach so und ganz ohne tiefere Bedeutung für dich.

00:03:22: Stimmt!

00:03:24: Aber wir Menschen haben eben mal eine erstaunliche Begabung dafür, fremde Probleme sprichwörtlich zu adoptieren.

00:03:33: Und das Verrückte daran ist ja oft hat uns niemand gebeten.

00:03:39: Ich glaube das ist der entscheidende Punkt.

00:03:42: Wir übernehmen ungefragte Verantwortung, verteilen den Ratschläge wo niemand eingefordelt hätte Versuchen krampfhaft die Stimmung von anderen zu retten und schleppen den anschliessenden Problem mit uns herum, das eigentlich gar nicht zu uns gehört.

00:03:59: Und darum geht es heute um einen meiner absoluten Lieblingssätze!

00:04:05: Nicht mein Zirkus, nicht meine Affen.

00:04:08: Ja?

00:04:09: Wobei, das klingt im ersten Moment für viele vielleicht ein bisschen herzlos und abbrüht... Ist es aber überhaupt nicht?

00:04:17: Nein, ganz im Gegenteil.

00:04:19: Vielleicht ist die Menge sogar wesentlich respektvoller ein Problem genau bei diesen Menschen zu lassen wo sie gehört.

00:04:27: Nur das ist für die meisten von uns verdammt schwierig!

00:04:32: Lass uns heute mal aufdröseln warum das so ist und wie wir hier rauskommen.

00:04:44: Ja, bevor wir jetzt alle unsere Helferinstinkt über Bord gewerfen.

00:04:49: Wir müssen erst einmal festhalten dass helfen an sich natürlich etwas extrem positives ist.

00:04:55: Absolut!

00:04:56: Wir Menschen sind soziale Wesen.

00:04:59: Wir unterstützen uns gegenseitig und kümmern uns umeinander.

00:05:03: Wir trösten, begleiten und packen mit an.

00:05:07: Ohne diese Fähigkeiten zur Kooperation und Altruismus wären wir als Spezies evolutionär vermutlich nicht besonderungsweit gekommen.

00:05:18: Richtig!

00:05:19: Das Problem fährt auch nicht überhaupt beim Helfen an sich an, das Problem von genau dort an wo aus einem ehrlichen Ich bin für dich da ganz langsam und schleichend es übernimmt dass für dich wird.

00:05:34: Und irgendwann sitzen wir dann hier und stellen völlig perplexfest, dass uns das Problem vom anderen inzwischen intensiver beschäftigt als diejenigen, die es eigentlich gehört.

00:05:49: Lassen wir uns doch mal ein konkretes Beispiel machen.

00:05:53: Stell dir vor, deine Arbeitskollegin Susanne erzählt ihr am Nachmittag beim Kaffee, dass sie wieder einmal Stress mit ihrem Chef hat?

00:06:02: Er hat sich vor versammelter Mannschaft kritisiert Sie seien extrem wütend und eigentlich müsste sie ihm jetzt noch einmal gehörig die Meinung sagen.

00:06:13: Du lest es zu, ihr trinkt hier einen Kaffee, ihr nimmert eure Teste und gehen nach Hause.

00:06:20: Damit könnte die Geschichte eigentlich fertig sein.

00:06:23: Ist sie aber für dich natürlich nicht!

00:06:26: Du sitzt im Auto auf dem Heimweg und denkst ununterbrochen drüber.

00:06:32: Was genau könnt ihr zusammensägen?

00:06:36: Soll sie zuerst das Gespräch unter vier Augen mit dem Chef suchen?

00:06:40: Oder vielleicht direkt zur Personalabteilung gehen.

00:06:44: Und was passiert, wenn der Chef wieder so unsachlich reagiert?

00:06:49: Vielleicht müsste Susanne sich sowieso dringend nach einem anderen Job umschauen.

00:06:55: Eigentlich ist die Betriebsklima in der Abteilung schon lange nicht mehr gut!

00:07:01: Dann geht es noch weiter... Der Heim.

00:07:03: beim Nachtessen fällt plötzlich noch ein richtig starkes Argument ein, das Susanne unbedingt in diesem Gespräch bringen sollte.

00:07:12: Zwei Stunden später sitzt du entspannt oder vielleicht eher unentspannt auf dem Gucci und entwickelst gedanklich die zusammens komplette berufliche Zukunft.

00:07:24: Und was macht Susanne in dieser Zeit?

00:07:27: Sie setzt auf ihrem eigenen Sofen und schaut friedlich Netflix!

00:07:33: Genau so läuft es doch ab.

00:07:35: Und spätestens an diesem Punkt sollten wir dringend einmal etwas über die Zuständigkeit reden, denn es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen echter Empathie bzw.

00:07:47: Mitgefühl unter einer automatischen Verantwortungsübernahme.

00:07:52: Das heisst konkret Ich habe absolut verstanden dass es dir schlecht geht.

00:07:59: ich kann dir aufmerksam zuhören Ich habe die Fragen, was du gerade brauchst und dir meine Unterstützung anbieten oder dir helfen verschiedene Optionen zu sortieren.

00:08:12: Aber ich muss nicht dein Leben für dich reparieren!

00:08:17: Ja also ... Theoretisch klingt das völlig einleuchtend und logisch.

00:08:23: Praktisch wird es aber genau denn extrem schwierig sobald uns ein Mensch wichtig ist Wenn wir jemandem gerne haben wenn man nämlich häufig nicht nur dass es dem Mensch gut geht, sondern man möchte aktiv und eigenhändig dafür sorgen.

00:08:40: Und genau dort wird etwas, was ursprünglich aus echter Hilfsbereitschaft entstanden ist auf Tour extrem anstrengend.

00:08:56: Aber warum machen wir das eigentlich so reflexartig?

00:09:01: Warum können wir nicht einfach zulassen, sägen?

00:09:06: Das ist wirklich schwierig!

00:09:08: den Kaffee miteinander ausdrinken und gedanklich ein Höchchen dahinter machen.

00:09:14: Ein Grund dafür ist mir ausgesprochen sympathisch, wir haben Menschen einfach gerne!

00:09:22: Wenn jemand leidet, der uns am Herzen lebt berührt das emotional.

00:09:28: Empathie ermöglicht es uns überhaupt zuerst Wortsnähe und Teilweise Nachzempfinden was einander Mensch gerade durchmacht.

00:09:38: Ich glaube, das ist eine der wichtigsten sozialen Fähigkeiten, die wir haben.

00:09:44: Ohne Empathie werden zwischenmenschliche Bezüge vermutlich ungefähr so gemütlich wie ein Kundengespräch beim Straßenverkehr samt am Freitagnahmetag.

00:09:53: Ein guter Vergleich!

00:09:55: Aber Empathia bedeutet eben nicht automatisch, dass ich die Emotionen von einem anderen komplett übernehme und eines zu eines Eigenhändige erleben muss.

00:10:08: In der Psychologie wird deshalb sehr genau zwischen verschiedenen Formen von empathischen Reaktionen unterschieden.

00:10:17: Also irgendwie vereinfacht gesagt, ich kann mitfühlen und aufrichtigen Anteile nehmen ohne vollständig in den emotionalen Zustand des Gegens zu rutschen.

00:10:30: Ich kann wahrnehmen dass du traurig bist ohne selber in deine Traurigkeit unterzugehen.

00:10:38: Ich verstehe, dass du Angst hast ohne deine Angst zu meinen eigenen zu machen.

00:10:43: Und ich kann erkennen, dass Du gerade ein reales Problem hast, ohne das Problem gedanklich in mein eigener Rucksack zu packen und damit heizmarschieren.

00:10:53: Das klingt so selbstverständlich wenn Du das einfach so der Herr sprichst!

00:10:58: Ist aber im Alltag überhaupt nicht so einfach.

00:11:03: Gerade bei Menschen, die uns sehr nachstehen verschwimmen diese Grenzen extrem schnell.

00:11:09: Wenn es eigener Kind leidet dein Partner oder deine Partnerin in einer Krise steckt oder eine gute Freundin völlig verzweifelt ist entsteht fast automatisch der drängende Wunsch sofort etwas

00:11:23: zu tun.

00:11:24: Ja wir wollen die Situation verändern eine Lösung aus dem Hut sauberen den Schmerz Augenblick ein wenig machen Und manchmal merkt man dabei gar nicht, dass wir in diesem Moment nicht nur der anderen Hilfe verwenden sondern vor allem uns selber.

00:11:42: Spannend und ganz ein zentraler Punkt!

00:11:46: Es ist nämlich für uns verdammt unangenehm einen geliebten Mensch leiden zu sehen.

00:11:53: Selber aktiv zu werden gibt uns das trügerische Gefühl von Kontrolle und Wirksamkeit Und das Gefühl ist wesentlich angenehmer, als einfach daneben zu sitzen und schlichtweg mit auszuhalten.

00:12:09: Dass wir gerade keine finale Lösung haben und dass das Leid vom anderen nicht zum Weg zu sauberen ist?

00:12:15: Ja absolut!

00:12:17: Und dazu kommt doch noch ein zweiter Aspekt, der vielleicht nicht so angenehm ist, dass wir jetzt hierher schauen.

00:12:24: Helfen fühlt sich nahe gut an.

00:12:27: Es ist ein Ego-Booster.

00:12:29: Wenn jemand das Problem hat und ich die erratende Idee liefe, erlebe ich mich als kompetent und wirksam.

00:12:37: Ich bin wichtig!

00:12:38: Ich werde gebraucht – ich habe Einfluss.

00:12:42: Da ist zuerst überhaupt nichts falsch.

00:12:46: Schwierig wird es aber genau dann,

00:12:49: wenn

00:12:49: mein eigenes Selbstwert zunehmend davon abhängt von anderen Brauch zu werden.

00:12:56: Und dann verändert sich auch Dynamik massiv Aus einem gesunden, ich helfe dir gern.

00:13:02: Ich habe dann unbemerkt ein psychologisches Ibruchs, dass du mich brauchst

00:13:09: würden.".

00:13:10: Ja, sprachlich ist zwar einen kleinen Unterschied aber psychologisch ein riesiger Klumpen!

00:13:18: Denn du wartest nicht mehr ab ob überhaupt jemand Unterstützung möchte sondern du fährst aktiv an zu kennen und zu suchen.

00:13:26: wo könnte ich jetzt noch helfen?

00:13:28: Du verteilst ungefragt Ratschläge, übernimmst Aufgaben, wo andere mühelos selber hätten können erledigen.

00:13:35: Oder du machst eine riesige Sorge um Situationen, bei denen die Betroffenen selbst erstundlich entspannt bleiben?

00:13:45: Ja genau.

00:13:46: und falls gerade wirklich absolut niemand in deinem Umfeld gerade ein Problem zur Stelle hat findet man mit genügendem Engagement meistens trotzdem irgendwo eins.

00:14:05: Genau darum lohnt sich es bei diesem Thema einmal ein scheinbar Banali, aber eine extrem tiefgründige Frage zu stellen.

00:14:14: Wofür bist du eigentlich wirklich und wahrhaftig verantwortlich?

00:14:21: Und wenn man das Leute spontan folgt, antworten viele – klar für meine Familie, meine Kinder, meine Partnerschaft oder mein Team bei der Arbeit!

00:14:35: Aber wenn wir dort einmal mit der psychologischen Luppe anschauen, stimmt das so pauschal gesagt überhaupt nicht?

00:14:42: Ja genau.

00:14:44: Du bist verantwortlich dafür wie du mit deiner Familie umgehst.

00:14:49: Weil ihr entscheidigt dass du treffst, wie du kommunizierst und welche Grenzen du setzst.

00:14:56: Auch du bist schlichtweg nicht dafür verantwortlicher, dass sämtliche Menschen um dich herum durchgehend glücklich sind.

00:15:05: Und du bist auch nicht dafür verantwortlich, dass dein Partner jeder Arbeit mit bester Luna heimkommt oder dass deine erwachsene Tochter immer nur Entscheidungen trifft, wo du persönlich für vernünftig und klughaltig ist?

00:15:21: Auch wenn du deinem Arbeitskollegen seit drei Jahren ungefragt erklärst, dass er endlich lernen müsste, nein zu sagen!

00:15:30: Am Ende bleibt sie es nahe Seine eigene Entscheidung und Verantwortung.

00:15:35: Und nicht deine!

00:15:37: Ja, genau an dieser Stelle verwechseln wir die Verantwortung nämlich extrem häufig mit Kontrollen.

00:15:45: Besonders deutlich merken wir das immer dann wenn jemand aufgrund seiner eigenen klaren Entscheidungen enttäuscht ist.

00:15:54: Ich habe hier noch ein Beispiel dazu.

00:15:56: Stell dir vor eine Freundin fragte ob du ihr am Samstag beim Strichen oder beim Zügler helfen könntest.

00:16:05: Du sagst nein, was völlig legitim ist, weil du auch anstrengende Wochen gehabt hast und endlich einmal ein Wochenende komplett ohne Termin brauchst.

00:16:16: Eigentlich werde ich Sache damit superklärt!

00:16:20: Du hast eine Anfrage bekommen, hast deine Ressourcen geprüft und hast höflich nachgesalt.

00:16:27: Doch dann kommt dir klein zäh Pausen am Telefon und anschliessend ein leises Enttäuschens.

00:16:37: Aha!

00:16:40: Okay, schade!

00:16:43: Und jetzt interessiert es uns natürlich was passiert genau jetzt zwischen deinen Wuren?

00:16:49: Bum!

00:16:50: Da geht's los!

00:16:52: Ein Feuerwerk!

00:16:54: Vielleicht sollte ich doch eigentlich könnte es mir doch irgendwie dazwischenquetschen.

00:17:00: Sie hat mir ja fließlich damals auch geholfen.

00:17:04: Und jetzt ist sie wegen mir enttäuscht!

00:17:08: Vielleicht denkt sie, ich bin eine egoistische Freundin?

00:17:12: Und eh du die umschauest, hörst dich selber sagen... Ich weiss

00:17:16: was?!

00:17:17: Ich schaue einfach, irgendwie kann ich es mir schon einrichten.

00:17:21: Hm.

00:17:23: Und warum hast Du jetzt Deine Meinung geändert?

00:17:28: Ah, nicht weil du plötzlich auch hoher Lust hast auf Kisten herumzuschleppen.

00:17:33: Auch nicht, weil sich deine Erholung plötzlich von selbst erledigt hat.

00:17:38: Nein!

00:17:39: Einzig und allein drum, weil du ihre Enttäuschung emotional nicht aushalten kannst.

00:17:46: Und die harte Wahrheit lautet doch Sie dürfen enttäuscht sein.

00:17:53: Das ist kein schöner Gedanken Weil wir Menschen, die uns wichtig sind, nicht absichtlich enttäuschen wollen.

00:18:01: Aber Enttäuschung ist ein völlig normales Gefühl!

00:18:06: Es ist kein medizinischer Notfall, in dem wir sofort mit einer Rettungsaktion behandeln müssen.

00:18:12: Genau... Ein anderer Mensch darf meine Entscheidung hier finden, die Ruhrung darüber sein oder sich hergeren.

00:18:20: Meine Verantwortung besteht darin, respektvoll ehrlich und klar zu handeln.

00:18:27: Sie besteht definitiv nicht darin, sämtliche unangenehme Gefühle von anderen Menschen präventiv zu verhindern.

00:18:43: Eine der wohl meist gesagten Sätze in diesem gesamten Kontext lutet ... Ich will ja nur helfen!

00:18:52: Und die Spannende ist... Meistens stimmt das sogar aus tiefstem Herzen.

00:18:59: Die wesentlich aufschlussreicheren Fragen luten deshalb nicht, ob du helfen willst.

00:19:07: Sondern wenn dein Hilfe in diesem konkreten Moment eigentlich gerade nützt?

00:19:12: Genau!

00:19:13: Vielleicht hilft es tatsächlich am anderen.

00:19:17: Dann ist alles wunderbar.

00:19:19: Vielleicht hilft's aber in erster Linie dir selber Wenn du das Gefühl von Hilflosigkeit schlecht aushalten kannst.

00:19:28: Vielleicht beruhigt es dich, wenn du in Aktionismus verfallen kannst.

00:19:33: Vielleicht, falls dir schwer, dann eben sitzen und zuzuschauen wie jemand einen Weg einschlägt von dem du felsenfest überzeugt bist dass er falsch ist.

00:19:44: Und manchmal nennen wir genau diesen Versuch Kontrolle auszuüben.

00:19:49: Denn liebevoll Hilfe!

00:19:53: Ich meine es doch nur gut.

00:19:56: Das ist vermutlich auch der eine Satz, die weltweit am häufigsten von ungefragter Ratschläge ausgesprochen wird.

00:20:04: Du kennst das sicher!

00:20:06: Öbert erzählt dir von einer Herausforderung und während die Person noch redet, läuft in deinem Kopf bereits das Lösungsprogramm auf Hochdauer.

00:20:16: Du lest es zwar optisch noch zu und nix aber eigentlich nur noch mit einem halben Ohren weil die andere Hälfte deines Kerns schon verschiedene Varianten produziert.

00:20:27: Du könntest doch, du solltest unbedingt, warum machst du nicht einfach?

00:20:32: Ich an deiner Stelle würde sofort...

00:20:34: Ja und kaum macht es gegenüber eine halbe Sekunde Pause um mal kurz Luft zu holen, dann laschst du los!

00:20:42: Schliesslich hast du in den letzten drei Minuten einen hervorragenden sieben Punktenplan ausgearbeitet und möchtest die intellektuell meiste Leistung jetzt natürlich nicht ungenutzt verbekommen lassen.

00:20:54: Dummerweise, hat das Gegenüber in diesem Moment vielleicht überhaupt keine Lösung willen?

00:21:01: Vielleicht hat die Person einfach nur Willen erzählen.

00:21:05: Hat Wille Dampfabloh sein Frust teilen oder ihre eigenen Gedanken lutsortieren?

00:21:14: Genau darum gibt es eine unglaublich einfache aber absolut lebensveränderte Frage für solche Situationen.

00:21:21: Sie lutet... Wolltest du gerade, dass ich dir einfach nur zuzulassen?

00:21:27: Oder möchtest du meine Gedanken und Ideen dazugehören?

00:21:31: Ich

00:21:32: liebe diese Frage.

00:21:34: Weil sie etwas tut, das beim Helfen fast immer verloren geht!

00:21:40: Sie lässt die Verantwortung und die Regie komplett im Gegenüber.

00:21:46: Und wenn dann die Antwort tatsächlich lautet... ...ich möchte einfach nur einmal kurz Dampf ablassen dann musst du absolut gar nichts reparieren, nichts analysieren und auch kein genialer Rettungsplan präsentieren.

00:22:00: Du darfst einfach nur zuzulassen!

00:22:03: Für Menschen, die gerne und schnell helfen ist das übrigens ein extrem anspruchsvolle mentale Disziplin.

00:22:10: Präsent bleiben, einfühlt zusammen zuzulesen und für ein paar Minuten einfach mal klappenheben...

00:22:25: Lass uns an dieser Stelle noch mal etwas tiefer in die Psychologie der Empathie eintauchen.

00:22:32: Empathia wird im Alltagssprachgebrauch ja oft missverstanden, so als müsste man möglichst intensiv genau das fühlen was André gerade fühlt.

00:22:45: Richtig!

00:22:46: Aber die Forschung unterscheidet das sehr präzise.

00:22:50: Es macht einen grossen Unterschied ob ich kognitiv und emotional verstehe und mitgespüre, was ein anderer Mensch erlebt.

00:23:00: Oder ob mich sein emotionalen Zustand so massiv verfasst und überrollt, dass sich selber in einen kurden Stress geraten.

00:23:09: Letztes nennt man in der Psychologie empathische Stress oder empathische Stresse.

00:23:16: Besonderungs-Inhelfendenprüf.

00:23:18: ist diese Unterscheidung absolut überlebenswichtig?

00:23:22: Stellt ihr eine Pflegefachkraft vor, die nach jedem schwierigen Patientengespräch die Todesangst des Patienten mit heim nimmt?

00:23:32: Oder ein Lehrperson, der in jeder familiären Konflikt von ihren Schülerinnen und Schülern am Abend am Essdisch weiterarbeitet.

00:23:41: Oder ein Coach, welcher nach jeder Sitzung noch stundenlang grübelt wird das Leben seiner Coachie retten könnte!

00:23:49: Ja, das wäre nämlich nicht besonders sympathisch oder professionell.

00:23:54: Nein!

00:23:55: Es wäre auf Tour schlichtweg emotional und körperlich ruinös... Und im Privatleben funktioniert es horgenau gleiche Wenn du traurig bist und ich darum ebenfalls völlig zusammenbreche hast du am Ende kein Mensch an deiner Seite die dich schützen kann.

00:24:13: Wir haben dann einfach zwei Leute wo's bedienen.

00:24:15: misarabel geht

00:24:18: Echt mit Gefühl bedeutet hingegen.

00:24:21: Ich sehe dich!

00:24:23: Ich nehme vollkommen ernst, was du gerade durchmachst und ich bleibe an deiner Seite in diesem unangenehmen Moment ohne soforthektisch zu versuchen das Gefühl wirklich wegzuwischen oder so gerne zu reparieren.

00:24:39: Vielleicht ist doch genau das manchmal die viel höheren Form von menschlichen Nachrichten nicht so vorzukiten sondern gemeinsam das Unangenehme aushalten.

00:24:53: Und sind wir einmal ehrlich, viele Mal versuchen mir doch nicht darum so schnell zu helfen weil der andere sein Zustand nicht aushaltet.

00:25:04: Wir helfen so schnell weil mehr sein Zustands nicht authalten.

00:25:10: Sobald wir das einmal für uns selber ehrlich erkennt haben verändern sich nämlich die gesamte Fragestellung.

00:25:18: Dann geht es nicht mehr darum, was der andere gerade braucht sondern auch darum, warum ich selber gerade so einen immensen Drang verspüre sofort einzugreifen.

00:25:40: Besonders intensiv beobachten können wir durch das Phänomen auch in Partnerschaften.

00:25:45: Nehmen wir einmal die klassischen Szenen.

00:25:48: Im Partnerin im Partnerinkontail stellt die Esche heftiger als sonst auf den Boden antwortet auf dein Hallo nur sehr knapp und verschwindet wortlos im Badzimmer.

00:25:59: Mehr braucht es meistens gerne nicht.

00:26:03: Innerhalb von drei Sekunden läuft im eigenen Kopf das gesamte Analyseprogramm auf Höhe sturer ab.

00:26:10: Was ist passiert?

00:26:11: Habe ich heute Morgen oder bis morgen etwas Falsches gesagt?

00:26:15: Ist meine WhatsApp-Nachricht von heute Nachmittag irgendwie komisch formuliert gewesen, ist er oder sie sauer auf mich?

00:26:24: Was habe ich verbrochen?

00:26:26: Ja, dabei kann dein Partner und deine Partner vielleicht einfach nur einen absoluten beschissen Tag haben.

00:26:33: Der Chef hat genervt, der Zug hat verspätet oder er oder sie hat Kopfi.

00:26:39: Natürlich kann seine Stimmung auch etwas mit dir zu tun haben aber in den allermeisten Fällen hat sie das ehrlich gesagt nicht!

00:26:49: Trotzdem sind wir erstaunlich gut drin.

00:26:51: Die Gefühle von anderen Menschen sofort zu personalisieren und auf sich selber zu bezüchen.

00:26:58: Öppet ist still!

00:27:01: Wir denken, wir hätten etwas falsch gemacht, öppet reagiert kurz anbunden.

00:27:08: Wir überlegen wie wir ihn wieder könnten besämpftigen.

00:27:13: Öppt ist enttäuscht und wir schalten sofort in den Beseitigungsmodus.

00:27:19: Und genau da oben kommt der Begriff Abgrenzung, eine ganz neue Bedeutung.

00:27:25: Abgrenzen heisst eben nicht dass wir deine Gefühle absolut egal sind.

00:27:31: Es bedeutet ich kann wahrnehmen wie es dir geht ohne draussen automatisch ein Handlungsauftrag für mich selber abzuleiten

00:27:40: und das ist ein fantastisches Satz.

00:27:43: Danke

00:27:45: Warnee wisst ihr Gott ohne draussen einen Auftrag für mich abzuleiten.

00:27:53: Wenn du enttäuscht bist, darfst du mir das berühren und trotzdem muss ich meine Grenzen nicht aufgeben!

00:28:01: Wenn du traurig bist, kann ich dir im Arm heben, ohne den Anspruch zu haben deine Traurigkeit sofort auflösen zu müssen.

00:28:11: Und wenn du wütend bist, kannst du versuchen dich zu verstehen warum?

00:28:18: Deshalb meine eigene Bedürfnis zurückzüchen.

00:28:22: Das kann emotional sehr unbequem sein, weil wir sind uns ja alle nach Harmonie.

00:28:30: Aber eine gesunde Bezüchung passiert nicht darauf, dass man permanent verhindert, dass irgendjemand jemals ein unangenehmes Gefühl erlebt.

00:28:40: Echte Bezüchtungsreife zeigt sich eher darin gemeinsam auszuhalten, damit man manchmal unterschiedliche Bedürfen hat und dass daraus auch mal Reibung und Enttäuschung bestehen dürfen.

00:29:03: Ein grosses Missverständnis bei diesem Thema ist ja das Wort Grenzen.

00:29:08: Viele associieren damit sofort eine gewisse Kälte, Distanz, Egoismus oder Unabergheit so als würde ein Mensch, der Grenze setzt am Morgen als erstes einen Stacheldraht zu tun um sein eigener Grundstück zu züchen.

00:29:28: Dabei ist eine gesunde psychologische Grenze viel eher wie eine normale Grundstücksgrenze im Garten.

00:29:34: Ich weiss genau, wo mein Grundstück aufhört und wo dies anfällt.

00:29:40: Wir können uns am Zaun unterhalten, uns besuchen, die Zeit mit der Wand verspringen und gegenseitig unterstützen.

00:29:48: Und du darfst natürlich auch fragen ob ich dir beim Unkraut jeden Hilfe?

00:29:55: Aber nur weil in deinem Garten Uchut wächst, heisst das eben nicht automatisch dass ich in der Nacht heimlich mit meiner Dartenschere über deinen Zug riechen und in deinm Garten rasen meien.

00:30:08: Vor allem nicht wenn du während dieser Zeit gemütlich auf deiner Terrasse liest und mir beim Schaft zu schauen.

00:30:17: Genau!

00:30:17: Das ist doch den Punkt.

00:30:19: Grenzen verhindern die Neue nicht.

00:30:22: Sie machen echte Nähe überhaupt erst möglich.

00:30:26: Denn wenn ich nicht klar definiere, wo meine Verantwortung endet und deine Anforderung entsteht keine gesunde Nähe sondern Verstrichung und Abhängigkeit.

00:30:37: Und dann passiert auf Tour folgendes Muster Ich mache dieses Wohlbefinden zu meiner Touraufgabe.

00:30:46: Ich kümmere mich, organisier, löse deine Probleme bis irgendwann der extrem gefährlich und giftige Satz auftaucht, tauchte.

00:30:58: Und das noch all dem was ich für dich gemacht

00:31:03: habe.".

00:31:06: Und spätestens dann merkt man dass die vermeintlich so selbstlos Hilfe vielleicht doch nicht ganz so bedingungslos war.

00:31:16: Wer ständig Verantwortung übernimmt wo ihm niemand übertraht hat entwickelt unbewusst oft eine Erwartungshaltung.

00:31:26: Er will an Erkennung dafür, Dankbarkeit oder Rücksicht und die Schwuppe wird aus der freiwilligen Hilfsbereitschaft eine unsichtbare emotionale Rechnung von dem was es gegenüber noch nicht einmal gewusst hat das überhaupt geschrieben worden ist.

00:31:50: Und es gibt hier nochmal ein faszinierender psychologischer Aspekt um ihr unbedingt anzusprechen.

00:31:58: Das Konzept der Selbstwirksamkeit, das auf den berühmten Psycholog Albert Bandura zurückgeht.

00:32:19: Ich bin schwerer Situationen nicht hilflos ausgeliefert.

00:32:30: Und wie entsteht denn das Gefühl der Selbstwirksamkeit?

00:32:35: Eben, primär durch eigene Bewältigungserfahrungen ist Stand vorn einer echten Hürde.

00:32:44: Probier etwas aus, scheitere vielleicht beim ersten Anlauf, pass meine Strategie an und irgendwann schaffe ich es!

00:32:54: Dadurch Läuse nicht nur das Problem, sondern lerne noch etwas viel viel viel Wichtiges über mich selber.

00:33:02: Ich habe die Kraft, das zu schaffen.

00:33:06: Und jetzt stellt euch mal vor, dass jedes Mal ... Jedes Mal wenn du auf einem Problem stehst, kommt jemand sofort angrennt, nimmt dir diese Sache aus der Hand und löst es für dich!

00:33:18: Ja... Das ist sicher lieb gemeint aber welche Botschaft kommt tief im Unterbewusstsein an?

00:33:26: Sicher nicht ich bin kompetent, sondern ich schaffe das nicht alleine.

00:33:31: Zum Glück gibt es jemanden, der das für mich

00:33:34: regelt.".

00:33:36: Und genau darum kann übemessiges helfen, paradoxerweise die Entwicklung eines Menschen massiv behindern!

00:33:44: Wir wollen über jede Unannehmlichkeit ersparen und rauben ihn dabei – wohl gemeint, gut gemeint und versehentlich die wertvolle Chance zu erleben, dass er selber stark genug ist mit dieser Schwierigkeit umzugehen.

00:34:02: Ja das heisst natürlich nicht, dass wir andere Eishalt im Regenstahl hören sollen!

00:34:08: Es bedeutet lediglich, dass Unterstützung und Übernahme zwei völlig verschiedene Paarschuhe sind.

00:34:16: Passend dazu gibt es doch das schöne Bild vom Wanderer.

00:34:21: Stell dir vor, wir gehen zusammen auf den Berg Und dein Rucksack wird dir irgendwann schwer.

00:34:28: Ich habe dir anbieten, ein einzeln schweres Ausrüstungsstück zu tragen.

00:34:34: Abhause mit dir zu machen?

00:34:36: Dein Rucksacksrichtig einstellen oder dich auf den letzten Meter zermutigen?

00:34:42: Naja ich könnte natürlich auch deinen gesamten Rucksacker tragen die zusätzlich auf meinen Ruckerschnallen und die Eigenhänden auf der Gipfel tragen.

00:34:53: Das wäre Zwiebelslos extrem hilfsbereit.

00:34:57: Du würdest dadurch allerdings überhaupt nicht lernen deine Kräfte besser einzuteilen und ich glaube, ich brauche dir am nächsten Morgen garantierte Physiotherapeut.

00:35:08: Gute Unterstützung besteht also meistens nicht dort rein, am anderen der Rucksack ganz abzunehmen sondern schlichtweg hier drin ein Stück weit stabil neben ihm an zu gehen.

00:35:28: Um das im Alltag besser einzotieren, hilft mir persönlich ein sehr einfaches Modell mit drei Bereichen.

00:35:35: Verzähl mal!

00:35:36: Also stelle dir vor, es gibt genau drei Reise.

00:35:41: Im ersten Bereich befindet sich alles was wirklich und wahrhaftig zu mir gehört.

00:35:46: Meine Gedanken, meine Entscheidungen, mein Verhalten, meine Wortwahl, meine Grenzen und meine Reaktion.

00:35:57: Das ist der einzige Bereich, wo ich tatsächlich Kontrolle und Verantwortung habe.

00:36:04: Der Nebut liegt in dem zweiten Bereich – das ist dein Bereich!

00:36:10: Dort befinden sich deine Gedanken, deine Gefühle, deine Entscheidungen, deine Fehler und deine Reaktionen.

00:36:19: Natürlich beeinflussen wir uns gegenseitig.

00:36:22: Wenn ich dir grundlos anschreihe, löst das sicher etwas bei dir aus.

00:36:28: Aber deine Reaktion bleibt letztlich auf deiner Seite vom Zaun.

00:36:34: Und dann gibt es noch den gross dritten Bereich.

00:36:38: Das ist der Bereich des Schicksals oder des Lebens.

00:36:42: Sachen, die weder du noch einkontrollieren könnt.

00:36:47: Was passiert morgen?

00:36:49: Wie entwickelt sich das Wetter?

00:36:52: Was denken die anderen über uns?

00:36:55: Ist der Zug pünktlich oder ist das Leben überhaupt interessiert an unserem fünf-Jahresplan?

00:37:03: Und wenn man sich jetzt diese drei Bereiche einmal bewusst vor seinem inneren Auge aufführt, wirds ganze Drama sichtbar.

00:37:13: Wir verbringen einen gigantischen Teil unserer mentaler Energie in den Bereich zwei und drei!

00:37:23: Stundelang drüber nach, was wir für andere Menschen tun sollten.

00:37:29: Probieren, deren ihre Gefühle zu managen.

00:37:33: Machen uns Sorgen darum, was andere über uns denken könnten und sind verwundert am Abend, warum wir eine Geistung völlig erschöpft

00:37:43: sind.".

00:37:43: Genau!

00:37:45: Und manchmal braucht es gar keine Entspannungsübe, keine Atemtechnik oder die zehnte Meditationsapp?

00:37:53: Die wirksamste mentale Entlastung überhaupt ist das Schlichtwegs der Kenntnis.

00:37:59: Das beschäftigt mich zwar extrem, aber wenn ich jetzt wirklich ehrlich anschaue, ist ein Schlichtwegs nicht meine Baustelle.

00:38:16: Und wie lernt man dann die fremden Baustellen in einer normalen Alltagstress schneller zu entlarven?

00:38:25: Ich glaube... Indikator ist die eigene Sprache.

00:38:30: Achtet euch mal in den nächsten Tag darauf, wie oft bei dir im Kopf oder in Gespräch bestimmte Sätze auftauchend.

00:38:38: Sätze wie ... Ich muss unbedingt schauen dass er ... ich sollte dir jetzt wirklich helfen!

00:38:47: Er müsste doch das jetzt endlich eingesehen haben.

00:38:52: Ich kann ihn in dieser Situation nicht einfach alleine lassen.

00:38:57: Und die besondersste Formulierung, ich muss schauen das ist entlarvend.

00:39:04: Denn nachdem das kommt fast immer etwas was eigentlich komplett im Verantwortungsbereich von einem anderen erwachsenen Mensch liegt.

00:39:14: Also wenn du dich gerade bei so einer Gedanken verwitschst musst du nicht eine komplizierte Analyse starten.

00:39:21: Es langt für einen kurzen Moment neugierig zu werden und dir zu fragen gehört das Problem wirklich in meinem Bereich ein.

00:39:31: Hat mich eigentlich irgendjemand explizit um Hilfe beten?

00:39:36: Die Frage ist phänomenal!

00:39:38: Hätten wir überhaupt jemand drum

00:39:41: beten?!

00:39:43: Oft stellt man nach einer halben Stunde intensiven Grübler fest... Nein, die Person hat mir weder um einen Rotschlag noch um eine Lösung beten.

00:39:53: Niemand hat mir den Auftrag erteilt.

00:39:57: Du hast den Auftrag völlig freiwillig antreten, unbezahlt ohne Vertrag und ohne Urlaubsanspruch.

00:40:05: Allein die Erkenntnis kann extrem befreiend sein.

00:40:09: Und nochmal!

00:40:10: Das bedeutet nicht dass dir der andere egal sein muss.

00:40:15: Du darfst mitfühlen und unterstützen aber du darfst gleichzeitig auch prüfen wie viel Verantwortung wirklich bei dir liegt.

00:40:33: Aber girl Es gibt natürlich schon auch Situationen, in denen Menschen wirklich Hilfe brauchen und uns darum bitten.

00:40:41: Wir wollen ja jetzt nicht propagieren, dass man mit Malessungen – nicht mein Zirkus, nicht meine Affe einfach davonläuft während hinter einem's Haus brennt.

00:40:52: Ich glaube ja das ist ein wichtiger Punkt!

00:40:55: Wenn jemand echte Unterstützung braucht und wir Kapazitäten haben zu helfen, dann ist es doch etwas Wunderschönes füreinander zu sein.

00:41:11: Die entscheidende Frage ist nicht ob sondern wie.

00:41:16: Und statt sofort das Kommando zu übernehmen und das Problem an uns reisen zu wollen, sollten wir die Regie beim anderen lassen Und einfach fragen, du was kannst ich für dich tun?

00:41:30: Was brauchst du gerade von mir?

00:41:33: Du, was kann ich für dir tun... ...was brauchst?

00:41:37: tu grad von mir.

00:41:41: Mängische Standorte überraschen simpel!

00:41:44: Ich brauche einfach jemanden, der mir zehn Minuten zuzulassen.

00:41:48: oder kannst du mich nicht bitte zum Doktor begleiten und mängisch luten?

00:41:54: die geniale Rückfrage auch Was hast du selber schon überlegt oder ausprobiert?

00:42:00: Und diese Frage ist psychologisch so wertvoll.

00:42:04: Weil

00:42:05: du genau mit dem einem anderen signalisierst, hey!

00:42:09: Ich traue dir zu, dass in dir selbst schon ganz gute Ideen und Ressourcen stecken.

00:42:16: Und du machst die nicht zum allwissenden Retter sondern wirst zu einer ebebürtigen Sparringpartner.

00:42:24: Und bitte vergiss nicht... Selbst wenn die jemanden ausdrücklich auf Hilfe bietet, ist ein Bit immer noch ein Bit und kein automatisch ausgestellter Arbeitsauftrag.

00:42:37: Du darfst jederzeit prüfen ob du dir Hilfe leisten kannst oder willst aber klar, respektvolles Nein kann absolut so gewendet sein.

00:42:55: Wir haben jetzt viel über andere gesprochen über unsere Kollegin Susanne, der Partner oder die Partnerin unserer Freund.

00:43:04: Aber kommen wir doch zum Schluss noch zu einer vielleicht viel unbequemeren Frage in dieser Folge?

00:43:10: Was passiert eigentlich in uns selber wenn mir einmal bewusst nicht helfen?

00:43:18: Jetzt gehst du gerade tief hin.

00:43:19: Du hast Nein gesagt.

00:43:22: Eigentlich ist damit alles geklärt!

00:43:25: Aber zwei Stunden später geistest du immer noch gedanklich um dieses Thema herum.

00:43:30: Du fragst dich, ob das egoistisch war ist?

00:43:34: Verspür Schuldgefühl und Unruhe hast schlecht gewusst!

00:43:40: Und vielleicht tauch tief im Inneren ein kleiner leislicher Gedanken auf... Wenn ich nicht mehr die Person bin, die immer alle rettet und alles regelt will ich rollen.

00:43:54: Habe ich denn eigentlich noch?

00:43:56: Wer bin ich denn?

00:44:00: Und genau da liegt eigentlich Hundbegraben.

00:44:04: Möglicherweise leidet das Problem in vielen Situationen gar nicht bei den anderen, sondern bei unserer eigenen Unfähigkeit auszuhalten, einmal nicht zuständig zu sein.

00:44:16: Ich kann mir vorstellen dass das besonderes Extrem ist bei der eigenen Kind Wenn es eigenen Kindern Entscheidungen trifft, wo man genau sieht, dass das schief geht.

00:44:28: Man sieht die Wand förmlich auf einem Zurasen und möchte rufen – nicht da durch, nein!

00:44:36: Ich kenne diese Wand, sie tut weh!

00:44:39: Wenn kein realer Gefahr für Liebe und Lebewusstsein gehört, fehlen Entscheidungen, Umwege und das auf die Nase kähen zwingend zum Wachstum dazu.

00:44:49: Wenn wir jeden Stein aus dem Weg räumen, verhindern wir zwar den einen oder anderen blauen Fleck.

00:44:57: Aber man verhindert gleichzeitig, dass der andere lernt, Stein zu erkennen, darüber zu schulpern und wieder

00:45:04: aufzustehen.".

00:45:06: Ja, unterkommt jetzt dieser Satz, gell?

00:45:09: Echte Liebe bedeutet eben nicht nur Beschützen!

00:45:13: Sie bedeutet manchmal auch, einem Menschen zuzutrauen dass er mit Konsequenzen von seinem eigenen Leben umgehen

00:45:40: kann.

00:45:40: Zusammenfassend bekommen die Worte nicht mein Zirkus, nicht meine Affe eine tiefere Bedeutung.

00:45:47: Das heisst nicht du bist mir egal!

00:45:51: Es heißt ich halte kurz innen bevor ich reflexartig im Baumarkt fahre und Werkzeug für deine Baustelle zu kaufen.

00:46:00: Ein super Bild.

00:46:02: Wenn du also das nächste Mal merkst, wie du gedanklich schon wieder Helm, Warnwesten und Notfallplan zusammensuchst, obwohl dir eigentlich nur jemand von seinem Tag verzildet hat.

00:46:13: Dann denk an die Erfolg!

00:46:15: Ja... Du darfst zulassen.

00:46:18: Du darfest mitfühlen.

00:46:20: Du kannst für den anderen da sein.

00:46:23: Aber du musst nicht zur Bauleitung für deine fremde Baustelle werden

00:46:28: Und vielleicht probierst du das in den nächsten Tagen einfach mal aus.

00:46:34: Lass die Verantwortung dort, wo sie anerkürbt und schau mal wie viel Platz plötzlich zwischen deinen eigenen Ohren entsteht.

00:46:44: Danke vielmals für zuzulassen von dieser Folge von Zwischter Ohren!

00:46:47: Wenn dir diese Folge gefallen hat, teile sie gerne mit jemandem, der auch ab und zu seine Warenweste ausziehen soll.

00:46:56: Mach's gut und ich freue mich Bis zum nächsten Mal.

00:47:00: Das war für uns und Tschüss und weg!

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